Gates setzt FBI auf Wikileaks-Informanten an Wegen der Veröffentlichung von Militärdokumenten fürchtet der US-Verteidigungsminister um die Sicherheit Tausender Soldaten. Nun setzte er die Bundespolizei in Gang.
Nach der Veröffentlichung Zehntausender Geheimdokumente zum Afghanistan-Konflikt hat US-Verteidigungsminister Robert Gates eine "aggressive" Suche nach dem Informationsleck angekündigt. Die auf Wikileaks hochgeladenen Papiere gefährdeten US-Soldaten und Afghanen, sagte er. Sie drohten die Beziehungen der USA in der Region zu beschädigen. Sein Ministerium habe die Bundespolizei FBI eingeschaltet, um die undichte Stelle im Pentagon schnell zu finden.
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"Die Folgen auf dem Schlachtfeld durch die Herausgabe dieser Dokumente können für unsere Soldaten, unsere Verbündeten und unsere afghanischen Partner schwerwiegend und gefährlich sein", sagte Gates. "Sie können auch unsere Beziehungen und unseren Ruf in dieser entscheidenden Weltregion beschädigen."
Der Gründer der Website Wikileaks, Julian Assange, hatte in einer Reaktion auf die US-amerikanische Kritik versichert, die etwa 92.000 Papiere seien vor der Veröffentlichung daraufhin überprüft worden, ob sie die Namen afghanischer Informanten enthielten. Doch der US-Generalstabschef Mike Mullen, der gemeinsam mit Gates vor die Presse trat, widersprach ihm. "Assange kann über das höhere Ziel, dem er und seine Quelle angeblich dienen, sagen, was er will, aber in Wahrheit haben sie vielleicht schon das Blut eines jungen Soldaten oder einer afghanischen Familie an ihren Händen."
Gates kündigte tiefgehende Ermittlungen an, um eine "grobe Sicherheitsverletzung" aufzuklären, die Verantwortlichen zu finden und festzustellen, welche geheimen Informationen nun unbrauchbar seien. Das Militär werde außerdem Dokumente besser sichern und diejenigen US-Soldaten und Afghanen schützen, die durch das Informationsleck in Gefahr geraten seien.
Der beispiellose Vorfall könne das Vertrauen zerstören, das für die Aufklärungsarbeit in Afghanistan und im Irak lebenswichtig sei, sagte Gates, der bereits Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA war. "Das ist für mich einer der schlimmsten Aspekte: Werden die Menschen uns noch vertrauen?"
Auch das Vertrauen in die eigenen Soldaten wurde durch den Wikileaks-Fall offenbar geschmälert. Der Minister sagte, die Militärs müssten nun darüber nachdenken, ob sie auch weiterhin alle verfügbaren Informationen an die Soldaten im Einsatz weitergeben könnten. "Wir wollen, dass die Soldaten in vorderster Front über alle Informationen verfügen, die ihre Sicherheit betreffen könnten", sagte Gates.
Jetzt müsse er mit den Kommandeuren im Irak und in Afghanistan darüber beraten, "ob wir das anders machen müssen, oder ob wir das Risiko weiter eingehen wollen", dass geheime Informationen nach außen dringen.
Auch Vertreter der Isaf sehen die Sicherheit von Informanten in Afghanistan gefährdet, seit die Dokumente öffentlich einsehbar sind.
Einen Bericht des Wall Street Journal, wonach die Behörden einen Soldaten des Heeres mit der Indiskretion in Verbindung bringen, der bereits ein geheimes Video aus dem Irak an die Öffentlichkeit weitergeleitet haben soll, wollte Gates nicht kommentieren. Der Gefreite Bradley Manning wurde Anfang Juli wegen der Veröffentlichung des Videos über einen Hubschrauberangriff auf Zivilisten im Irak angeklagt.